Yijing


Alternativtext

Yin (rot) und Yang (schwarz) in den gua 13 und 7 –
© Kalligraphien: Chungliang Al Huang

Die 64 Gua

Die 64 gua („Bilder“) und ihre knappen Texte sind das Herzstück des Yijing. Sie entstanden im Rahmen der Orakelpraxis am Hof der Zhou-Dynastie um das 7.-9. Jh.v.Chr. Jedes Zeichen besteht aus sechs Linien und bildet ein sog. „Hexagramm“. Diese Linien verkörpern Yin oder Yang, die beiden Urkräfte der altchinesischen Naturphilosophie. Ein ganzer Strich steht für das dynamisch-lichtvolle Yang-Prinzip, eine geteilte Linie für das sanft-schattige Yin-Element. Die jeweilige Mischung der Yin- und Yanglinien bestimmt die Symbolik eines Hexagrammes.

Jedes gua stellt ein archetypisches Erfahrungs- und Grundmuster (Geburt, Heirat, Tod, Aufstieg und Verfall usw.) in Natur und Kosmos dar.

Hexagramme als symbolische Zeichen sind vielschichtig und mehrdeutig. In meinen Portraits versuche ich, die Grundbedeutung eines gua hervorzuheben. Dabei stütze ich mich auf die klassische Übersetzung von Richard Wilhelm wie auch auf die aktuellen Forschungen der westlichen Sinologie (Edward Shaughnessy, Richard J. Smith, Dennis Schilling, John Minford usw.). In die Texte eingeflossen ist zudem die langjährige Anwendung des Yijing unter der Leitung von Bruno von Flüe in Luzern.

Die 64 Gua im Detail